Ist es Strategie oder Housekeeping?
Als Start in einen Strategie-Workshop lade ich die Teilnehmenden gerne zu einem kurzen Warm-up ein.
➡️ Für 10 Minuten schreiben alle auf, was ihnen gerade durch den Kopf geht, wenn sie an die Zukunft des Unternehmens denken.
➡️ Anschließend sortieren wir die Gedanken: Sind sie strategisch relevant, weil sie sich mit dem Kurs des Unternehmens beschäftigen? Oder sind es Dinge, die man einfach machen muss — egal, in welche Richtung sich das Unternehmen bewegt?
Letztere bezeichne ich im Workshop als „Housekeeping-Tasks“.
Man entkommt dieser Arbeit genauso wenig wie dem Aufräumen und Putzen zuhause.
Einen Prozess verbessern? Housekeeping. Einen Teamkonflikt lösen? Housekeeping. Sich mit neuen Technologien beschäftigen? Housekeeping.
Das Framing hilft den Teilnehmenden, Themen mit einer einfachen Metapher gedanklich zu trennen. Wobei es ganz individuell ist, was ein Leadership-Team für sich als Housekeeping definiert.
Viel entscheidender ist, dass diese Aufgaben benannt werden. Sonst schleichen sie sich entweder in die strategischen Überlegungen ein — oder die Strategie kommt nicht vom Fleck, weil sich hinter den großen Ideen ein riesiger Berg lange ignorierter Housekeeping-Tasks türmt.
Das Gegenteil passiert, wenn die Housekeeping-Tasks benannt und sortiert sind. Dann legen sie mitunter ein bisher ungesehenes strategisches Thema frei – und mitunter eine ganz neue Geschichte für das Unternehmen.
Probiert es doch mal aus. Bin gespannt, was in Euren Team dabei rauskommt.



