Danke Jimdo.
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Danke Jimdo!

Für zweieinhalb Jahre mit starken Geschichten und einem großartigen Team

Markengeschichte gefunden. Markenauftritt geschärft. Erfolgreiche Kampagnen gestartet. In den vergangenen zweieinhalb Jahren habe ich als Brand Story Architect und später als Head of Story bei Jimdo viel erlebt, noch mehr gelernt und durfte mit einem großartigen Team zusammenarbeiten. Das „Markengebäude“ steht jetzt. Und für mich ist es an der Zeit, weiter zu ziehen. Grund genug, um einmal zurückzublicken (für alle die sich gefragt haben, was hat der Christian eigentlich die letzte Zeit gemacht) und um laut Danke zu sagen!

So hat alles angefangen.

Es war der 28. Februar 2013. An diesem Abend verlieh die Next Media Initative den Webfuture-Award im Hamburger Co-Working Space Betahaus. Dort hatte ich damals einen Schreibtisch gemietet. Schräg gegenüber von mir saß Protonet-Gründer Ali Jelveh. Und weil Ali für eben diesen Preis nominiert war, bin ich noch zur Preisverleihung im Betahaus geblieben. Rückblickend eine gute Entscheidung. Nicht nur, weil Ali den Award gewann. Sondern auch, weil er mich an diesem Abend mit Fridtjof Detzner, einem der drei Jimdo Gründer bekannt gemacht hat.

Fridtjof hatte zum Einstieg in die Veranstaltung einen Vortrag über Jimdo gehalten. Er stellte zunächst das Produkt vor. Einen Webseitenbaukasten, der es jedem ermöglicht, sich einfach eine eigene Webseite zu bauen. Er sprach von der Gründung in Cuxhafen, von Wachstum, Wachstumsschmerzen, Internationalisierung, Unternehmenskultur und seinem Wunsch: Ein Unternehmen aufzubauen, auf das die drei Gründer noch im hohen Alter voller Stolz zurückschauen können.

Wegen eines Sportunfalls musste Fridtjof auf Krücken gestützt präsentieren. Doch dass konnte ihn nicht aufhalten, den ganzen Saal mit seiner Freude am eigenen Unternehmen anzustecken. 
Das hat mich wirklich beeindruckt. Später haben wir bei einem Bier darüber philosophiert, wie wichtig es für Unternehmen ist, eine authentische Markengeschichte zu erzählen. Wir tauschten Visitenkarten aus. Und als ich den Abend schon fast vergessen hatte, klingelte das Telefon. Aus einem Telefonat wurde ein Gastvortrag. Aus dem Gastvortrag ein Workshop. Aus dem Workshop ein Projekt. Denn eine Frage beschäftigte die drei Gründer, wie kann Jimdo die eigenen Geschichten nutzen, um als Marke zu wachsen. Mission accepted.

Markengeschichte gefunden. Markenauftritt geschärft. Erfolgreiche Kampagnen gestartet.

Jetzt war es an mir, die Geschichten zu finden, mit denen Jimdo wachsen kann. Als erstes haben die Jimdo-Gründer mit mir die Kerngeschichte ihrer Marke definiert. In Workshops und mit verschiedenen Tools (wie dem Core-Story-Canvas) haben wir eine Storyline geschrieben,  die Produktversprechen, Unternehmenszweck, Kultur und Nutzererwartungen emotional miteinander verbindet. Auf Basis der Kerngeschichte haben dann Marc Roman (Design), die Svenja Pokora (Copy & Konzept) und ich ein Konzept für einen neuen distinktiven und authentischen Markenauftritt entwickelt. Den neuen Markenauftritt haben wir anschließend im Juli 2015 binnen eines Monats und mit der Hilfe alle Jimdo Mitarbeiter in acht Sprachen international ausgerollt. Ich habe damals einen Blogpost über den Prozess  geschrieben: http://www.growthbystory.de/von-der-core-story-zum-markenauftritt-wie-jimdo-die-eigene-geschichte-und-den-eigenen-stil-gefunden-hat/

Und das war noch nicht alles. 

Zeitgleich haben das Jimdo Videoteam (Kerstin Ebert und Jonas Jansson) und ich die ersten TV-Spots entwickelt und intern produziert. Der erste TV-Spot entstand Mitte 2014 (passend zu einem Do it yourself-Produkt wie Jimdo) mit einer Spiegelreflexkamera in unserem Wohnzimmer. Das war zwar mutig, hat Jimdo aber erlaubt, Fernsehwerbung ohne großes Produktionsbudget risikofrei zu testen.

Foto vom Dreh des ersten Jimdo TV-Spots 2014 (aus meinem Wohnzimmer)

Mit guten Testergebnissen der TV-Werbung im Rücken ist daraufhin das Jimdo Story-Team mit mir als Storytelling-Berater gestartet. Die Mission des internen Kreativ-Studios: Die Geschichten, die Jimdo besonders machen, auf die Straße zu bringen. Als cross-funktionales Team mit zwei Designern und Illustratoren, zwei Filmemachern, zwei Konzeptern und einer Projektmanagerin haben wir alle Werbemittel vom Fernsehspot bis zur Plakatkampagne selbst entwickelt und produziert. Daneben hat das Team andere Jimdo-Teams und Agenturen dabei unterstützt, die Marke an allen anderen Touchpoints zu inszenieren.

Im Januar 2016 ist die im Story-Team konzipierte, erste integrierten Werbekampagne #BuiltWithJimdo gestartet. In der Kampagne haben wir echte Jimdo-User in den Vordergrund gestellt, die authentisch ihre Erfolgsgeschichten erzählen. Ebenfalls 2016 habe ich als Head of Story (wieder fest angestellt) offiziell die inhaltliche Markenführung und die kreative Verantwortung für das Story Teams übernommen. Über das Jahr haben wir die #BuiltWithJimdo Kampagne international weitergeführt und neue Werbeansätze getestet. Dabei haben wir auch gemerkt, dass wir als Team an Kapazitätsgrenzen stießen. Wir brauchten einen Partner und haben ihn mit FCB Hamburg gefunden. Gemeinsam mit FCB Hamburg ist die aktuelle Kampagne 2017 unter dem Motto #MachWasEigenes entstanden.

 Und der aktuelle TV-Spot, unter der Regie von David Aufdembrinke und der Kreativ-Direktion von Michael Okun entstand auch nicht mehr im Wohnzimmer. Wie das Making-Off beweist:

Und was hat’s gebracht?

In den vergangen zweieinhalb Jahren hat sich Jimdo mit authentischen Geschichten von einem eher Kennern bekannten Webseitenbaukasten zu einer spielerischen und authentischen Unternehmermarke entwickelt, die nicht nur in Deutschland gut ankommt.  Das sagen auch die Zahlen…

Einsichten – und was die Elbphilharmonie damit zu tun hat.

Die Zeit mit Jimdo war ein großes Abenteuer. Es hat riesigen Spaß gemacht hat und ich habe unendlich viel gelernt. Es ist ein einmaliges Geschenk, den Prozess von der Entwicklung der Markenstory bis zu seiner Umsetzung mitzugestalten. Jeden Prozess aus Unternehmenssicht zu erleben und die kreative Verantwortung für die Marke und die Kampagnen zu tragen, hat mich aber auch gezwungen einige lieb-gewonnene Agentur-Glaubenssätze zu hinterfragen und mit dem Thema Marke um einiges pragmatischer umzugehen. Erfahrungen, die ich in den kommenden Monaten aufschreiben möchte. Und natürlich ist es bei all dem einfacher, für ein gutes Produkt zu werben. Ein Produkt, dass Menschen wirklich hilft, mit ihrem Business online durchzustarten.

Am Ende ist es vielleicht die konstante Beschäftigung mit dem Claim „Mach was Eigenes“ gewesen, die in mir den Wunsch geweckt hat, selbst wieder was Eigenes zu machen.
 Nachdem der TV-Spot für 2017 im Dezember abgedreht war, bin ich in die Weihnachtsferien gegangen. Und je mehr die Hektik nachgelassen hat, desto deutlicher habe ich es gespürt. So sehr ich die Gründer, mein Team, das Produkt und die Marke mag, der Wunsch wieder selbstständig zu arbeiten, ist stärker. Und dann, bei einem Spaziergang, ist mir mit einem Blick auf die Elbphilharmonie klar geworden, warum das so ist. Ich habe Jimdo wie ein Architekt geholfen, ein Markengebäude zu errichten. Es gibt einen Bau-Plan, eine Konstruktion, eine Fassade und einen Konzertsaal. Der Job des Architekten ist gemacht und es ist and Zeit an jemanden zu übergeben, der das Haus kontinuierlich mit Leben füllt.

Danke Jimdo !

Deshalb ist es für mich an der Zeit, Danke zu sagen. Ich danke den Jimdo-Gründern Matthias Henze, Christian Springub, Fridtjof Detzner für ihr Vertrauen in mich und meine Entscheidungen.

Mein Dank und unendlicher Applaus gehen an das Story-Team: An Svenja Pokora (Konzept & Copy), Maren Gerdes (Design & Illustration), Kerstin Ebert (Video), Jonas Jansson (Video), Noam Weiner (Design & Illustration) und Anja Christian (Projektmanagement), die sich mit mir jeder kreativen Herausforderung vom großen TV-Spot bis zum kleinen Aufkleber mit Eland und Freude gestellt haben. Ohne Euch, könnte ich hier keinen fancy Blogpost darüber schreiben, was wir alles erreicht haben.

Danke auch an ganze Jimdo Team, insbesondere an Marc Roman (Head of Design), Eila Lifflander (Head of Marketing),  Hillevi Lausten (Head of Paid-Media) und Maria Tarasova (Teamlead Content & Communication) für die tolle Zusammenarbeit. Und last but not least: Vielen Dank an Martina Dellinger, Michael Okun und Holger Siegle von FCB Hamburg für das Möglichmachen von unmöglichen Timings. Wir sehen uns sicherlich für das eine oder andere Projekt wieder.

Zum 30.04. habe ich meinen Vertrag mit Jimdo beendet. Nach einer kleinen Urlaubspause, freue mich ab Juni auf neue Geschichten und spannende freie Projekte. Gerne was mit Storytelling und Markenentwicklung.  Ach ja, wer jetzt immer noch liest und von dem kleinwenig Selbstmarketing in diesem Post 😉 noch nicht benebelt ist: Ich suche noch einen freien Büroraum. Also wer was  gehört hat, bitte melden.

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