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Produktvision und Storytelling: Impulsvortrag für Product Owner

By 1. September 2019 September 2nd, 2019 No Comments

Letzten Freitag hatte ich das Vergnügen ein internes Product Owner Barcamp bei OTTO mit einem Impulsvortrag zum Thema „Produktvision und Storytelling“ zu eröffnen.

In der agilen Produktentwicklung trägt der Product Owner nicht nur die kaufmännische Verantwortung für sein Produkt. Er ist auch dafür verantwortlich, die Produktvision zu formulieren, sie ins Team zu tragen und gegenüber anderen Stakeholdern zu vertreten.

Keine leichte Aufgabe, denn die theoretischen Anforderungen an eine Produktvision sind extrem hoch: Die Vision soll präzise sein und trotzdem Freiraum für Kreativität bieten. Sie soll einfach sein und trotzdem Begeisterung wecken. Sie soll konkret sein aber nicht zu viel Vorgaben machen. Selbst für einen erfahrenen Werbetexter ein nahezu unmögliches Briefing. Erst recht für einen Product Owner, für den die Produktvision nur ein Teil des Jobs ist.

Ich glaube, die Produktvision wird dann zur Belastungsprobe für einen PO, wenn sich der Blick zu sehr auf die Schreibaufgabe fokussiert. Die quälende Frage: „Wie schreibe ich eine Produktvision, die jeder im Team versteht und im Kopf behält?“ ist fast unmöglich zu lösen. Zumal kaum ein PO angetreten ist, um wie ein Werbetexter an dem perfekten Visions-Statement oder einer virtuellen Pressemeldung á la Amazon zu feilen.

Darum argumentiere in meinem Impuls dafür, sich andere Arbeitsfrage zu stellen.
Und zwar diese: „Wie mache ich es meinem Team leichter, an einer Geschichte zu arbeiten?“

Mit dem Perspektivenwechsel wird aus der Schreibaufgabe eine Empowerment-Challenge. Plötzlich geht es nicht mehr darum, eine perfekte Vision zu formulieren. Stattdessen geht es darum, einen Austauschprozess aus der Teamperspektive heraus zu gestalten.

Das nimmt den Druck, ein großartiger Visionsschreiber zu sein zu müssen. Gleichzeitig eröffnet sich ein neuer Handlungsspielraum. Um es seinem Team einfacher zu machen an einer Geschichte zu arbeiten, kann ein PO nun an mindestens drei Stellschrauben ansetzen: Am Inhalt (Worum geht es wirklich bei diesem Produkt?), am Format (Welches Format erleichtert meinem Team das Verstehen?) oder der Sichtbarkeit (Wie mache die Vision im Alltag sichtbarer?).

Denn manchmal ist die Vision gar nicht schlecht geschrieben, sondern lediglich nicht sichtbar genug?

In der anschließenden Barcamp-Session haben wir dann die inhaltliche Betrachtung vertieft. Gemeinsam haben wir am Beispiel eines fiktiven Männerdeos geübt, einen eindeutigen Themenanker für ein Produkt zu finden. Aus diesem Thema heraus haben wir dann eine Produktvision mit zwei Formatvorlagen (den Six-Word-Stories und einem Purpose-Pitch) skizziert.

Die Vorlagen gibt es hier zum Download:
Thema & Six Word Story
Purpose Pitch Vorlage

Christian_Riedel

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